Inhaltsübersicht: Begriffsklärung Desinfektionsvorgang Thermische Desinfektion Bohrbäder Handdesinfektion Kontaktflächendesinfektion
Begriffsklärung Vernichtung der Krankheitskeime. Desinfektion ist die Vernichtung krankheitserregender Keime oder Stoffe. Es werden nicht alle Mikroorganismen vernichtet, sondern nur diejenigen, die Krankheiten hervorrufen können.
Mittel zur Desinfektion. In der zahnärztlichen Praxis werden verschiedene Formen von Desinfektionsmitteln verwendet:
als Konzentrat, das mit Wasser zu verdünnen ist als gebrauchsfertige Lösung als Seife als Sprayflaschen (Aerosole)
Wogegen helfen Desinfektionsmittel? Bei den Desinfektionsmitteln ist es ganz wichtig zu wissen, gegen welche Arten von Mikroorganismen sie helfen.
Das Mittel muß in jedem Fall folgende Wirkungen besitzen:
bakterienabtötend pilzabtötend und vireninaktivierend
Anweisung muß genau beachtet werden. Alle Desinfektionsmittel sollten genau nach Anweisung dosiert werden. Eine korrekt angesetzte Lösung ist durchschnittlich sieben Tage wirksam. Eventuell muß eine Lösung auch mal früher erneuert werden. Die Helferin sollte dieses regelmäßig kontrollieren.
Desinfektionsvorgang Es werden Wannen zur Desinfektion der Instrumente genutzt. Instrumente werden am besten in Instrumentenwannen desinfiziert. Diese Wannen haben einen Deckel mit Einwurfschlitz, einen herausnehmbaren Siebeinsatz und fassen ungefähr zwei Liter Desinfektionsmittel.
Mindestens eine Stunde Badezeit. Alle Instrumente müssen von der Flüssigkeit bedeckt sein. Da die meisten Mittel als Konzentrat geliefert werden, müssen sie noch mit Wasser verdünnt werden. In diesem Bad bleiben sie mindestens eine Stunde.
Vorsicht: Kein Hautkontakt. Mit dem Siebeinsatz werden die Instrumente dann entnommen und unter Wasser abgespült. Der Hautkontakt mit den Desinfektionsmitteln ist zu vermeiden.
Erst kontrollieren, dann einsortieren. Die desinfizierten Instrumente werden anschließend auf noch vorhandene Verschmutzungen überprüft und dann abgetrocknet. Anschließend werden sie in Trays (Tabletts) oder Kassetten einsortiert. Die Instrumente, die noch sterilisierenden werden müssen, werden verpackt.
Nie über Nacht einwirken lassen. Niemals die Instrumente über Nacht in der Desinfektionslösung liegen lassen, da es sonst zu Materialschäden kommen kann.
Thermische Desinfektion Im Thermodesinfektor geht alles automatisch. Bei einer Thermischen Desinfektion läuft alles automatisch. Die Instrumente werden in eine Reinigungslösung gelegt, die dann über einen Zeitraum von 10 Minuten im Thermodesinfektor auf eine Temperatur von 95 Grad aufgeheizt wird. Die Instrumente werden dadurch gereinigt und desinfiziert. Anschließend können die Instrumente sofort sterilisiert werden.
Bohrbäder Bohrbäder sind gebrauchsfertige Lösungen. Bohrer und Schleifkörper müssen nach Gebrauch selbstverständlich auch desinfiziert werden. Es gibt dafür sogenannte Bohrbäder, die aus gebrauchsfertigen Lösungen bestehen. Die Bohrbäder schädigen die eingelegten Bohrer und Schleifkörper nicht, diese können daher ruhig über Nacht in der Flüssigkeit liegen bleiben.
Handdesinfektion Besonders wichtig: Hände desinfizieren. Die Desinfektion der Hände ist sehr wichtig. An jedem Händewaschplatz muß ein alkoholischer Einreibeapparat vorhanden sein. Moderne Händedesinfektionspräparate entfalten ihre Wirkung schon nach etwa 30 Sekunden. Da die heutigen Mittel pH-neutral sind, können sie ruhig mehrmals am Tag benutzt werden, ohne daß sie der Haut einen Schaden zufügen. Zum Abtrocknen unbedingt Einmalhandtücher verwenden, die in Spendern aufbewahrt werden.
Keimflora muß vernichtet werden. Vor chirurgischen Eingriffen müssen die Hände besonders sorgfältig gereinigt werden. Die hauteigene Keimflora muß vernichtet werden.
Einmalhandschuhe verwenden. Bei fast allen zahnärztlichen Maßnahmen sollten Einmalhandschuhe verwendet werden. Da sich an der Hautoberfläche oft kleine Hautrisse befinden, die den Keimen den Weg frei machen, ist es unbedingt wichtig diese Handschuhe zu tragen. Durch die Einwirkung von Blut oder Speichel können Infektionskrankheiten wie Hepatitis (Leberentzündung) oder auch AIDS übertragen werden.
Mund- und Nasenschutz nicht vergessen. In den zahnärztlichen Praxen findet der Mund- und Nasenschutz immer mehr Verwendung. Er dient nicht nur dem Schutz des Patienten, sondern auch dem Selbstschutz vor schweren Infektionskrankheiten der Lunge und der Atemwege.
Kontaktflächendesinfektion Jeden Tag müssen Griffe und Klinken desinfiziert werden. Eine Desinfektion der Kontaktflächen ist nach jedem Arbeitstag unbedingt erforderlich.
Solche Flächen befinden sich an:
Türklinken Schubladengriffen Lichtschaltern usw.
Zum desinfizieren der gesamten Behandlungseinheit werden Einmalhandtücher mit Flächendesinfektionsmittel getränkt. Durch das Einreiben werden innerhalb kürzester Zeit die Bakterien und Pilze vernichtet.
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